Flüssigkeitsbedarf des Körpers
Zwei bis zweieinhalb Liter, so viel Wasser verliert jeder Erwachsene täglich. Dies geschieht ständig, rund um die Uhr. Sei es über den Harn, die Haut, den Atem oder die Verdauung. Bei intensiver körperlicher Belastung oder erhöhten Außentemperaturen ist der Wasserverlust noch um ein Vielfaches höher.
Einen bis eineinhalb Liter täglich
Mit ausgewogener Mischkost nehmen Erwachsene täglich ungefähr einen Liter Flüssigkeit aus der Nahrung auf. Durch den Abbau der Nahrung fallen zusätzlich 0,3 Liter Oxidationswasser an. Die empfohlene Trinkmenge liegt daher zwischen einem und eineinhalb Litern bei normaler Belastung.
Für eine ausreichende Wasserversorgung muss der Organismus den Flüssigkeitsverlust zügig ausgleichen. Der Körper verfügt über sehr begrenzte und nur kurzfristig mobilisierbare Wasserreserven, die vor allem aus den unteren Hautschichten abgezogen werden. Deshalb macht sich Wassermangel schnell an der Haut bemerkbar.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat klare Richtwerte für die tägliche Flüssigkeitszufuhr. Allerdings richtet sich der Flüssigkeitsbedarf nicht nur nach Alter und Körpergewicht, sondern auch nach individuellen Gegebenheiten. Hierzu zählen die Ernährungsweise, körperliche und sportliche Aktivitäten, der Gesundheitszustand und klimatische Bedingungen. Nach Empfehlung der DGE sollten Vier- bis Zehnjährige mindestens vier Gläser (jeweils 0,25 Liter) und Zehn- bis 15-Jährige mindestens fünf Gläser über den Tag verteilt trinken.
Flüssigkeitsbedarf von Kindern
Kinder haben im Vergleich zu Erwachsenen, bezogen auf das Körpergewicht, einen höheren Bedarf an Energie (Kalorien) und Wasser: Achtjährige benötigen pro Kilogramm Körpergewicht und Tag etwa 70 Milliliter Wasser aus Getränken, fester Nahrung und Oxidationswasser. Erwachsene brauchen nur etwa halb so viel (30 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht). Bezogen auf die Energiezufuhr ist der Wasserbedarf bei Kindern und Erwachsenen allerdings ähnlich (ein Milliliter Wasser pro Kilokalorie Energiezufuhr).
Das Verhältnis von Wasserumsatz und Wassergehalt ist bei Kindern besonders ungünstig. Sie sind daher anfälliger für eine Austrocknung (Dehydratation). Der auf das Körpergewicht bezogene tägliche Wasserumsatz (Wasserabgabe und -aufnahme) ist bei Kindern niedriger als bei Erwachsenen und macht somit den Ausgleich der Wasserbilanz empfindlicher für Störungen. Ebenso trägt der hohe Wassergehalt bei Kindern dazu bei, dass sie anfälliger für eine Austrocknung sind. Das Warnsignal Durst kommt besonders bei Kindern viel zu spät, und viele Kinder trinken zu wenig.
Alter | Flüssigkeitszufuhr durch Getränke |
Kleinkinder (1 bis 4 Jahre): | 820 ml pro Tag |
Kindergartenkinder (4 bis 7 Jahre): | 940 ml pro Tag |
Grundschüler und Schüler (7 bis 13 Jahre): | 1.170 ml pro Tag |
Schüler (13 bis 15 Jahre): | 1.330 ml pro Tag |
Oberschüler (15 bis unter 19 Jahre): | 1.530 ml pro Tag |
Jugendliche (19 bis unter 25 Jahre): | 1.470 ml pro Tag |
Erwachsene (25 bis unter 51 Jahre): | 1.410 ml pro Tag |
Erwachsene (51 bis unter 65 Jahre) | 1.230 ml pro Tag |
Senioren (65 Jahre und älter): | 1.310 ml pro Tag |
Wichtig: Kinder können sich nicht so effektiv an Klimaextreme gewöhnen wie Erwachsene, da sie eine vergleichsweise größere Körperoberfläche haben. Dies führt an heißen Tagen zu einer größeren Hitzeaufnahme aus der Umgebung und an kalten Tagen zu einer größeren Wärmeabgabe. Hinzu kommt, dass Kinder eine vergleichsweise stärkere Wärmeproduktion unter körperlicher Belastung haben als Erwachsene. Ihre Möglichkeit zur Schweißbindung ist daher wesentlich geringer und ihre Körperkerntemperatur kann schneller ansteigen.
Aber nicht alle Getränke sind gleichermaßen für Kinder geeignet.




