Trinken und Denken

Eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung ist Grundlage für das geistige Leistungsvermögen von Kindern und Erwachsenen. Mit dem auf Wasser basierten Blut werden alle Energiestoffe zu den Gehirnzellen transportiert, vor allem Sauerstoff und Glucose. Die ausreichende Flüssigkeitszufuhr über Nahrung und Getränke ist entscheidend für den Füllungszustand der Blutgefäße, die Fließeigenschaften des Blutes, den Blutdruck und die Durchblutung des Körper- und Hirngewebes. Eine gute Durchblutung des Gehirns gewährleistet die adäquate Versorgung aller Hirnzellen mit Energiestoffen. Ist dies nicht gegeben, lässt die Funktion der Hirnzellen nach oder kommt ganz zum Erliegen.

Verschiedene Studien zeigen: Schon ein Flüssigkeitsmangel von ein bis zwei Prozent beeinträchtigt die geistige Leistungsfähigkeit. Bereits 1979 wurde der Einfluss einer langsamen Temperaturerhöhung (von 20 auf 29 °C) auf die Leistungsfähigkeit Jugendlicher untersucht. Das Ergebnis: Die Fähigkeit, Sätze zu verstehen oder sich an Begriffe zu erinnern, war nach wenigen Stunden deutlich reduziert.
 
Zu ähnlichen Erkenntnissen kamen Psychologen der Universität Erlangen mit dem Institut für Sporternährung e. V. Bad Nauheim.
Ihre Untersuchung ergab, dass sich ein Flüssigkeitsmangel nicht nur negativ auf die Speicherkapazität des Kurzzeitgedächtnisses auswirkt. Die dehydrierten Personen agierten auch langsamer, waren weniger flexibel, verloren leichter die Übersicht und hatten größere Schwierigkeiten, komplexe Zusammenhänge zu verstehen.

Über den Tag verteilt ausreichend trinken

Bemerkenswert an dieser Untersuchung: Die geistige Leistungsfähigkeit war am Folgetag noch stärker eingeschränkt als direkt nach dem Flüssigkeitsverlust. Um die volle geistige Leistungsfähigkeit zu erhalten, reicht es demnach nicht aus, den Flüssigkeitsverlust im Nachhinein auszugleichen. Es ist besser, über den Tag verteilt ausreichend zu trinken. Wenn das Warnsignal Durst auftritt, ist es schon zu spät. Deshalb gibt es die Initiative „Trinken im Unterricht“.

Aktuelle Studien

Aktuelle Studien zum Flüssigkeitsverlust und der geistigen Leistungsfähigkeit bei Kindern:

  • Bar, David et al., (2005): Die Untersuchung ergab, dass zehn- bis zwölfjährige Kinder unter Dehydrierung  erheblich schlechter zuhören. Auch die Merkspanne, die semantische Flexibilität und Mustererkennung sind beeinträchtigt.
  • Benton & Burgess, (2009): Die Studie zeigt, dass die Gabe bzw. Nichtgabe von 300 Milliliter Wasser Einfluss auf kognitive Testergebnisse bei Kindern hat.
  • Edmonds, Burford, (2009): Auch diese Studie mit sechs- bis siebenjährigen Kindern dokumentiert die Korrelation zwischen Dehydrierung und abnehmender kognitiver Leistung.